Was ist Bewusstsein?

Bewusstsein ist das unmittelbare Gegenwärtig haben von Erlebnissen oder allgemeiner formuliert, die Fähigkeit zu solcher Vergegenwärtigung und damit zugleich zu vorausschauendem Lenken des Handelns. In der Psychologie unterscheidet man zwischen:

  1. dem unreflektierten Haben von Inhalten (intentio recta)
  2. dem bewussten Sich hinwenden zu den Inhalten (intentio obliqua), wobei Inhalt, Subjekt (Ich) und Akt (Meinen, Stellungnehmen, Werten, Urteilen) auseinandertreten
  3. der besonderen Reflexion und dem Sich Rechenschaft geben, z. B. über die Stellung von Subjekt und Objekt und daraus folgend das Bewusstsein des Selbst (Ichbewusstsein)

In diesem Sinne umfasst das Bewusstsein zunächst den unmittelbar vorfindlichen Gesamtinhalt der Wahrnehmungs- und Fantasietätigkeit, einschließlich der Gefühle, Affekte und Stimmungen sodann die Akte des Denkens und Wollens, endlich das Innewerden des Selbstes. Der Mensch lebt nicht nur, sondern er erlebt außerdem sich selbst als einen in bestimmter Weise Lebenden (Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl). Etwas anschaulich Gegebenes ist bewusstseinsfähig, wenn es wahrgenommen werden kann. Ob es wahrgenommen und somit bewusstwird, hängt vom körperlichen Zustand (das wache Bewusstsein setzt geordnetes Funktionieren der Gehirnrinde und der fünf Sinne voraus) und vom Zustand des Bewusstseins, dem Grad der Wahrnehmung ab. Ein blinder Mensch z. B. nimmt Töne wahr, wird aber nie die Farben seiner Umgebung wahrnehmen. Sein Bewusstsein ist diesbezüglich eingeschränkt. Die Bewusstseinstätigkeit ist auch im Schlaf, Traum, in Rauschzuständen, in der Hypnose oder somnambulen Zuständen herabgesetzt. Völlige Bewusstlosigkeit herrscht im Tiefschlaf, in manchen komatösen Krankheitszuständen, im epileptischen Anfall oder im Ohnmachtsanfall.

Was ist Intention?

Der Begriff stammt aus dem Lateinischen „in – tendere“ und bedeutet zielen, sich nach etwas strecken. Als intentional werden mentale Vorgänge bezeichnet, die sich auf etwas richten, die ein Objekt intendieren, zum Ziel haben, anstreben. Damit gemeint sind Empfindungen, Wahrnehmungen, Vorstellungen (von etwas), auch Denkakte, Verhalten oder Bedeutungserlebnisse, soweit sie etwas meinen, endlich auch intentionale Gefühle, die die Richtung auf einen Gegenstand einschließen (Liebe, Hass, Trauer, Ehrfurcht). Der Mensch richtet seine Gedanken auf etwas, was vorher nicht war. Aus Vorstellung wird durch Intention erlebte Wirklichkeit.

Wie hängen Bewusstsein und Intention zusammen?

Je nach der Unmittelbarkeit oder Mittelbarkeit der intentionalen Gerichtetheit in Bezug auf die intendierten Inhalte (Gegenstände) kommt man zurück zur ursprünglichen Unterscheidung zwischen „intentio recta“, das heißt (natürlicher) unreflektierter Einstellung zur Außenwelt und „intentio obliqua“, das heißt reflektierter, also zwischen Subjekt und Objekt unterscheidender Einstellung. Insgesamt gesehen, können die wahrnehmbare Außenwelt (Makrokosmos) und das menschliche Bewusstsein (Mikrokosmos) als lückenlos zusammenhängendes Kontinuum bzw. dynamisches Ganzes verstanden werden. Das denkende Bewusstsein besitzt eine aus dem individuellen Mikrokosmos herleitbare Struktur (Bezugssystem), durch die jeder Inhalt sofort in eigentümlicher schöpferischer Weise gestaltet und zu den übrigen Inhalten in Wechselbeziehung gesetzt wird. Zur Struktur des Bewusstseins gehört weiter die Zeit. Das Verhältnis zwischen Menschen und Außenwelt ist immer ein zeitliches. Bewusstsein ist ein selber zeitlich abfließendes Geschehen, innerhalb dessen die Zeit wiederum ein strukturbestimmendes Element ausmacht. Als ineinander von Vergangenheits-, Gegenwarts-, Zukunftserleben in seinen verschiedenen Ausgliederungen wie Erinnerung, Zeitperspektive und Erwartung.

Bewusstsein aus dem Blickwinkel der Quantenphysik

Neurowissenschaft, klassische Physik und Quantenphysik

Für Neurowissenschaftler ist Bewusstsein abhängig von der Gehirnaktivität. Wird diese z. B. durch besondere Zustände wie Tiefschlaf oder Narkose unterbrochen, verschwindet das Bewusstsein. Daraus kann man schlussfolgern, das gesamte Dasein des Menschen besteht aus dem Bewusstsein, denn ohne Bewusstsein kann der Mensch seine eigene Existenz nicht wahrnehmen. In den letzten Jahren wird daher verstärkt nach sogenannten neuronalen Korrelaten, das heißt Gehirn­aktivitäten, die mit bewusstem Erleben zusammenhängen, gesucht. Ein Problem dabei ist, das noch nicht abschließend geklärt ist, wie das Gehirn Informationen zum Beispiel Erinnerungen speichert. Man weiß, dass sowohl bewusste als auch unbewusste Verarbeitungsabläufe im menschlichen Gehirn auf elektrischen und chemischen Prozessen basieren. Doch diese physikalische Wechselwirkung zwischen Gehirn und Bewusstsein beantwortet noch nicht die Frage, wie es zu damit verbundenem bewusstem Erleben kommen kann. Die klassische Physik, als Vorläufer der modernen Physik, konnte keine Antwort darauf liefern. Da Physik hauptsächlich mit Quantitäten arbeitet, kann sie nicht quantifizierbare Modelle, wie das Bewusstsein, überhaupt nicht erfassen. Doch vielleicht kann hier ein über das rein materialistische mechanische Weltbild hinausgehender neuer Teilbereich der Physik, die Quantenphysik weiterhelfen. Ein elementares Phänomen der Quantenphysik ist die Quantenverschränkung (Teilchenkopplung). Von Quantenverschränkung spricht man, wenn sich zwei einzelne Quantenobjekte über weite Entfernungen gegenseitig beeinflussen. Dabei sind die Zustände beider Teilchen so miteinander gekoppelt, dass der Zustandswechsel des einen Teilchens automatisch den des anderen Teilchens verursacht. Das bedeutet, die Teilchen sind auf irgendeine Weise miteinander verbunden. Ein solcher Effekt wäre aber in der räumlichen Welt nicht erklärbar, obwohl er zweifelsfrei existiert, denn das Phänomen der Quantenverschränkung wurde mittlerweile durch wissenschaftliche Experimente eindeutig belegt. Erklärbar würde dieser Effekt aber, wenn er in einem System oder Systembereich unabhängig vom dreidimensionalen Raum menschlicher Anschauung betrachtet wird, beispielsweise in einem materiefreien leeren Raum (Vakuum). Dieser Denkansatz basiert auf folgenden Prämissen. In der klassischen Physik stehen Materie, Energie und Raum in einem engen Verhältnis zueinander. Materie ist verdichtete Energie. Materie nimmt Raum ein und besitzt eine Ruhemasse. Energie ist bewegte Masse. Raum existiert a priori vor der darin vorhandenen Materie, nach modernem Verständnis aber nur in Relation zu ihr. Infolgedessen erübrigt sich die Annahme eines leeren Raums. Raum ermöglicht Materie eine dimensionale Ausdehnung und macht sie damit für Menschen wahrnehmbar. Leerer Raum hingegen entzieht sich der menschlichen Wahrnehmung, ist für Menschen schlichtweg nicht vorstellbar. Doch der Leere-Raum Zustand stellt nach der Quantenfeldtheorie den energetischen Grundzustand jedes materiellen Systems dar. Gemäß der Quantenfeldtheorie haben im Vakuum alle Feldquanten (Teilchen) die kleinste, unteilbare Energiestärke, also den Wert null. Die Quantenphysiker nennen diesen Zustand Nullpunktenergie. Legt man diesen Wert dem planckschen Strahlungsgesetz zugrunde, folgt daraus, dass im Vakuum ständig sog. virtuelle Teilchenpaare (z. B. Elektron, Positron) entstehen und wieder verschwinden, die sogenannte Quantenfluktuation. Die Quantenphysiker postulieren die virtuellen Teilchen als spontane Fluktuationen eines Quantenfeldes. In diesem Zustand sind sie nach außen nicht sichtbar. Virtuelle Teilchen können jedoch in bestimmten Fällen (z. B. durch Energiezufuhr) materialisieren und dann sichtbar (real) werden. Diese Erkenntnisse der Quantenphysik liefern den Schlüssel zum Bewusstsein. Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Quantenebene und dem, was Bewusstsein ist. In der physikalischen Welt existiert neben Materie und Energie noch eine weitere Säule der Wirklichkeit, die Information. Informationen und Wirklichkeit sind untrennbar. Sie erst bilden die menschliche Realität ab. Der masse-leere Raum im Mikrokosmos Atome ist voll von Information in Form von Virtualitäten. Unser Bewusstsein ist in der Lage diese virtuellen Informationen real werden zu lassen. Oder besser ausgedrückt, wenn die Information in die räumliche Welt übergeht, wird sie zu Bewusstsein. Daraus folgt, alles ist aus Bewusstsein aufgebaut, Wirklichkeit ist Bewusstsein. Aus anfangs, virtuellen Informationsfeldern bildet sich durch Intention und deren Folge eine greifbare Ausdrucksform des Bewusstseins, Materie. Über die Interpretation dieser Vorgänge herrscht aber bis heute kein Konsens. Trotz vorhandener empirischer Ergebnisse entziehen sich die Gesetze der Quantenphysik immer noch weitgehend der menschlichen Anschauung.

Die Kraft der Intention Nutzen

Wie Materie und Bewusstsein interagieren

Aus dem bisher gesagten ergibt sich, das Materie und Bewusstsein miteinander interagieren. Gedanken, selbst unbewusste, können Materie, bzw. die physische Realität, die den Menschen umgibt, erschaffen und beeinflussen. Materie ist gegenüber dem Bewusstsein dabei die untergeordnete Instanz. Die Frage, wie Bewusstsein aus nicht-bewusster Materie entsteht, erübrigt sich damit, denn Materie ist bereits bewusst. Und die Frage wie Bewusstsein von der Materie abhängt, erübrigt sich damit ebenfalls, denn Materie hängt vom Bewusstsein ab. Das ist kein esoterischer Humbug, sondern eine Schlussfolgerung aus den (quanten-) physikalischen Gesetzen. Die Intention ist das Werkzeug, mit dem der Mensch die Kraft seines Bewusstseins gezielt und schöpferisch einsetzen und die Welt selbst gestalten kann. Das Denken des Menschen gestaltet seine Wahrnehmung. Das wollte im 17. Jahrhundert auch der französische Philosophen René Descartes mit seinem berühmten Satz „Cogito ergo sum“ – ich denke, also bin ich, zum Ausdruck bringen.